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Die Geschichte der Bäckerei Meier

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Eine Abschlussarbeit von Monika Meier, April 2012 1 Einleitung Ich wuchs in der Bäckerei Meier auf. Ich wusste jeweils, wenn wir ein Jubiläum hatten oder wann der Betrieb umgebaut wurde. Ebenso wusste ich, dass ich zur fünften Generation gehöre. Sonst wusste ich allerdings nicht so viel. Von meinen Verwandten hörte ich ab und zu etwas aus der Vergangenheit, aber auch danach wusste ich noch fast nichts von unserer Bäckerei. Als wir dann ein Projekt suchen mussten, sah ich es als eine Möglichkeit mehr zu erfahren über unsere Bäckerei. Nun wollte ich  herausfinden, wie dieses Geschäft ganz zu Beginn war, wie es sich in den 120 Jahren verändert hat, wie es in den beiden Weltkriegen war und so weiter. Ich freue mich schon sehr darauf, möglichst viel über dieses Thema herauszufinden. 2 Generationen 2.1 Erste Generation Die Bäckerei Meier wurde 1891 von Gottfried Meier zusammen mit seiner Frau gegründet. Gottfried kaufte die Bäckerei und Wirtschaft von Casper Bachmann, der diese aus Altersgründen verkaufen wollte. Gottfried wollte das Restaurant nicht weiter führen und baute deshalb die Wirtschaft in eine Stube um, die auch als Brotladen diente. Die Konkurrenz dazumal war aber nicht wie heute der Coop oder der Volg. Nein, in der Gemeinde Bäretswil gab es damals 12 Bäckereien, etwas was man sich heute mit noch zwei solcher Geschäfte fast nicht mehr vorstellen kann. Es gab eine Bäckerei in Hinterburg, eine in Wappenswil, eine im Neuthal, drei in Adetswil und noch vier in Bäretswil. Auch in Bettswil gab es noch eine zweite Backstube. Dadurch, dass es so viele Bäckereien gab und man noch nicht so mobil war, liessen sich die meisten Bewohner von Bäretswil ihr Brot nach Hause liefern. Es war aber nicht so, dass die Bäcker aus Bäretswil nur im Dorf selber auf ihre Touren gingen. Nein, sie brachten ihr Brot auch nach Bettswil. Ebenso brachte auch Gottfried sein Brot nach Bäretswil hinunter. Er fragte auch im Berg nach, ob er sein Brot dort liefern könnte, auch wenn jene Bewohner schon von sechs anderen Bäckern beliefert wurden. Bald entstand ein Plan, wann er wo seine Brote verkaufen konnte. Dieser Plan sah so aus: Montag und Donnerstag Ghöch und Wappenswil Dienstag und Freitag Thal und Neuthal Mittwoch Bäretswil Samstag Adetswil und Bäretswil   Abb 1 Theodor I und II auf der Tour mit Ross und Wagen in Adetswil Die Bettswiler, die ihr Brot nicht von anderen Bäckern bekamen, gingen selber in den Laden. Die Leute im Allenberg wurden aber beliefert. Damals ging einer der Familie Meier jeweils mit der “Chrätze“ den Haldenweg hinauf. Die anderen Touren wurden im Sommer mit Ross und Breck (siehe Abb. 1), und im Winter mit Ross und Schlitten absolviert. Im Breck oder Schlitten wurde das Gebäck trocken gehalten, so dass die Kunden auch bei Regen und Schnee beliefert werden konnten. Im Laden wurde natürlich hauptsächlich Brot verkauft. Jedoch wurden auch Zucker, Teigwaren und Kaffee zum Verkauf angeboten. Schokolade war aber aus drei Gründen nicht im Sortiment. Einmal mangelte es an Raum. Dann war aber auch die Mutter gegen Schoggi, denn sie fürchtete wohl nicht zu Unrecht, ihre Kinder wären sonst dauernd den Gelüsten dieser Süssigkeiten ausgesetzt. Schliesslich musste auch damit gerechnet werden, dass angesichts der geringen Kauflust die Schokolade viel zu alt würde. Auch selbstgemachte Süssigkeiten wurden nur auf Bestellung hergestellt. Vorwiegend war das eine Gebäck-Sorte: Die sogenannten Zuckerchröli. Diese waren rund oder halbmondförmig, weiss oder rosa gezuckert. Diese wurden meist von älteren Leuten gekauft, da Zuckerchröli sehr weich waren. Nur wenige konnten sich dazumal diesen Luxus leisten. Ausserdem war es ja auch nicht einfach, in einem Holzofen feines Gebäck herzustellen. Allerdings wurden schon bald an jedem Samstag Milchweggen hergestellt, welche ja auch sehr fein waren. Das Mehl für alle Brotarten kauften Meiers von “ihrer“ Mühle Balchenstahl, welche seit 1776 von Familie Bosshardt betrieben wurde. (und im Dez 2012 den Betrieb leider einstellte. Anm dR.) Die Landwirtschaft spielte zu Beginn eine kleine Rolle, man hatte zwar das Pferd Fanny, aber ansonsten keine Tiere. 1905 konnte dann endlich eine Kuh gekauft werden. Diese war zwar nicht schön, aber ein guter Milchlieferant. Die Familie Meier konnte im Vorderbettswil eine Scheune erwerben, die dem Müllerverband gehört hatte. Im Rellsten wurde ihnen Land angeboten, welches Gottfried kaufte, da er mehrere Söhne hatte. Später kamen noch weitere Landstücke dazu, insgesamt 6 ha Wiese und 4 ha Wald. So wuchs zur Bäckerei auch die Landwirtschaft hinzu. Gottfried starb 1936 im Alter von 72 Jahren, 10 Jahre nach seiner Frau.   Abb 2 Die Bäckerei Meier ein paar Jahre nach ihrer Eröffnung. Im Vordergrund einige Familienmitglieder 2.2 Zweite Generation Gottfried Meier hatte 5 Söhne. Drei von ihnen lernten den Bäcker-Beruf. Alle drei lernten zu Hause bei ihrem Vater. Der älteste Sohn Gottfried kaufte später eine Bäckerei in Schwerzenbach, Ernst eine in Uetikon und Theodor I übernahm die Firma in Bettswil (1929). Dies also 7 Jahre bevor sein Vater starb. Noch im selben Jahr als er die Bäckerei übernahm, baute er die Nebenstube in einen Laden um. Theodor I war mit Pauline Schoch aus dem Eggwegwald, Fischenthal,verheiratet. Die beiden bekamen am Heilig Abend 1930 ihren ersten und einzigen Sohn Theodor II. Trotz der Hektik der Weihnachtstage war der Stolz der jungen Eltern riesengross. Theodor I war neben seinem Beruf  noch mehrere Jahre im Gemeinderat von Bäretswil tätig. Zu seiner Zeit wurden viele Wähen bestellt. Jeden Freitag wurden etwa 20 Wähen hergestellt. Diese brachten sehr viel Arbeit mit sich, da sie mit einem Durchmesser von bis zu 50 cm recht gross waren. Gebacken wurden sie jeweils nach dem Brot, denn bis die Brote fertig waren, war der Ofen schon nicht mehr so heiss und daher perfekt für solche Frucht- und Käsekuchen. Theodor I starb 1982 im Alter von 84 Jahren. Seine Frau Pauline starb bereits 8 Jahre früher mit 73 Jahren. 2.3 Dritte Generation Theodors Sohn, Theodor II, machte seine Lehre zu Hause und in der Bäckerei Bolliger, Wetzikon. Er absolvierte seine Lehrabschlussprüfung als Bester des Kantons Zürich. 1956 heiratete er Elsbeth Meier. Die Kinder von Theodor II und Elsbeth, insgesamt sind es sieben, mussten schon  früh mithelfen. Die älteste Tochter Elsbeth z.B. musste schon mit vier Jahren mit auf die Brottour gehen, auch wenn sie, wie ihre Mutter, oft Angst vor dem Pferd Fanny hatte.  Aber das Mitanpacken der Kinder geschah nicht nur in der Bäckerei, sondern auch auf dem Bauernhof. Schon früh lernten sie dadurch aber auch, was mitarbeiten heisst. Auch das Rechnen lernten sie früh, weil sie es auf der Tour oder im Laden brauchten. Patisserien wurden von Theodor II erst richtig eingeführt. Sein Vater machte keine, da er selber nie eine Lehre absolviert hatte und daher nicht ein so grosses Wissen in diesem Bereich hatte. Theodor II war es, der mit der Herstellung der berühmten “Beck-Meier Schwarzwälder-Torte begann, die nicht mit Biskuit- sondern mit Japonais-Böden angefertigt wird. Da es im Sommer aber zu warm wird und deshalb der Rahm verläuft, wird diese Torte nur von Anfang Oktober bis zum Muttertag produziert. Die normale Schwarzwälder-Torte ist das ganze Jahr hindurch erhältlich. Nach der Übernahme der Firma im Jahre 1965 wurde vermehrt Patisserie und anderes Süssgebäck hergestellt. Auch bei den Torten wurde das Sortiment vergrössert. Das heisst, dass es nicht nur  Buttercrème-Torten und Japonais-Schwarzwälder-Torten gab, sondern auch Zugerkirschtorten und viele weitere Sorten. Patisserie und Kleingebäck wurden allerdings nur samstags verkauft, da sich der Aufwand sonst nicht gelohnte hätte. Langsam steigerte sich das Sortiment und auch der Kundenkreis wurde grösser. Auf der Tour passte man die Routen der Anzahl der jeweiligen Kunden an: Montag Ghöch, Kleinbäretswil Dienstag Rüeggenthal, Tanne, Rüetschwil, Hinterburg, Wappenswil, Thysenwaldsberg, Stöck Mittwoch Vorderbettswil, Bäretswil Donnerstag Ghöch, Fehrenwaldsberg Freitag Rüeggenthal Rüetschwil, Hinterburg, Neuthal, Bliggenswil, Bussenthal, Aabach-Quartier Samstag Bäretswil, Adetswil, Aemet, Ghöch, Fehrenwaldsberg   Abb 3 Elsbeth Meier vor ihrer Tour an einem Freitag mit vollbepacktem Auto Bei den Touren wird meistens der Bus vollgepackt und dann wird geliefert. Samstags wird der Bus aber zwei bis dreimal gefüllt. Bei diesen Touren gibt es für die Kunden allerdings keine zusätzlichen Kosten. Theodor II war nebst dem Beruf als Bäcker-Konditor auch in der Schulpflege von Bäretswil während 12 Jahre als Protokollaktuar tätig. Er starb 2010 im Alter von 79 Jahren. 2.4 Vierte Generation Von den Kindern Theodors II lernten zwei den Beruf des Vaters. Zuerst der älteste Sohn Theo und danach noch die jüngste Tochter Ruth. Theo III absolvierte die ersten zwei Lehrjahre zu Hause. Das dritte machte er wie sein Vater bei Bolligers. Mit den  zweitbesten Noten des Kantons Zürich konnte er an die Schweizermeisterschaft, wo er den 5. Rang erreichte. Danach arbeitete er zu Hause, da seine Hilfe dort dringend benötigt wurde. Unterdessen begann Ruth ihre Lehre welche sie „nur“ zu Hause absolvierte aber als Kantonsbeste abschloss. Während ihrer Lehre musste Theo in die RS. Dort machte er Bekanntschaft mit Philipp Ziehler, dessen Vater eine Bäckerei im Toggenburg hatte. Theo war häufig bei Philipp zuhause und half ihm und seinem Vater. Philipps Vater war gelernter Confiseur. Der junge Zürcher Oberländer durfte ihnen auch bei der Brügeli- und Hasenproduktion mithelfen und manchmal auch welche nach Hause nehmen, da solche dort nicht hergestellt wurden. Diese Zusammenarbeit wird noch heute intensiv gepflegt. 1984 heirateten Theo III und Regula Hunziker, die schon zuvor manchmal in der Bäckerei mithalf, wenn es nötig war. Theo III ist wie sein Vater in der Schulpflege tätig. Nach einer Amtszeit als Aktuar wurde er zum Schulpräsidenten gewählt und bekam 2002 durch das System der Einheitsgemeinde Einsitz im Gemeinderat. Heute ist er zusätzlich auch im Bildungsrat des Kantons Zürich tätig. Weitere Tätigkeiten ausserhalb des Geschäftes sind die Mitarbeit im Verwaltungsrat der Pistor (Einkaufsgenossenschaft der Bäcker), dem Kantonalen Bäcker-Confiseur-Meisterverband, sowie auch als Experte bei Lehrabschlussprüfungen von jungen Bäcker-Konditoren. 2.5 Fünfte Generation Theo III und Regula haben 5 Töchter. Die zweite Tochter Ursina machte die Ausbildung als Bäcker-Konditor beim Ehriker-Beck in Ehrikon/Wildberg. Sie absolvierte ihre Lehre mit den besten Noten des Kantons und durfte deshalb wie schon ihr Vater an die Schweizermeisterschaften nach Luzern. Bis im letzten Jahr arbeitete sie in Niederglatt  in der Bäckerei Fleischli. Seit November arbeitet sie nun zuhause. Anfangs Mai geht sie nach Portugal, um dort in einem Hotel als Patissière zu arbeiten. Ob Ursina die Firma übernehmen wird, weiss man noch nicht. Es sind sich aber alle einig, dass Ursina das selber entscheiden soll und die Firma nicht aus Verpflichtung übernehmen soll.   Abb 4      2002: Die Bäckerei Meier feiert ihr 111 Jähriges Jubiläum. Hier die 3, 4 und 5 Generation 3 Backofen Das Brot wurde von 1898 bis 1960 stets im gleichen Holzofen hergestellt. Zuvor hatte man noch den Ofen des Vorgängers. Jeden Morgen etwa um fünf Uhr musste mit einer Burde Holz angefeuert werden. Vor dem Ofen gab es ein Standloch, in das man reinstehen konnte. Von dort aus reinigte man die Backfläche mit einem grossen Kratzer von der Asche. Die kam in einen weiten Blechkessel. Danach ging man mit einer langen Stange, etwa so gross wie eine Dachlatte, welche vorne mit einem dicken Sack  umwickelt war zum Brunnen und tauchte den Sack ins Wasser. Wenn er richtig nass war, musste man möglichst schnell zurück in die Bäckerei gehen, um den Ofen damit heraus zu putzen, so dass keine Aschenreste an den Backwaren klebten.(”Usehuddle” genannt) Danach wurde jedes Brot einzeln im Ofen platziert. Dies musste sorgfältig geschehen, damit die Brote nicht aneinander klebten und der Ofen trotzdem ganz gefüllt war. Waren die Laibe dann fertig gebacken, konnte man mit der reduzierten Hitze noch kleineres Gebäck backen. Daraufhin fing das Ganze wieder von vorne an, bis man alles Brot gebacken hatte. Gegen Ende der Holzofen-Ära musste an einem Samstag 4-5mal nachgeheizt werden. War der Blechkessel mit Asche voll, wurde diese im Feld entsorgt. Der Bäckerberuf hatte sich seit 1891 weiter entwickelt, auch in Sachen Backofen. Schon ein paar Bäcker hatten einen elektrischen Ofen und auch Meiers entschieden sich für eine solche Neuanschaffung. Ende April 1960 wurde der alte Holzofen durch einen elektrischen ersetzt. Das wurde gemacht, da der neue weniger Arbeit mit sich brachte, man konnte bei diesem auch besser Patisserie herstellen und ebenso konnte mehr auf einmal gebacken werden. Die Kinder von Theodor II, damals waren es drei, waren in der Zeit des Ofenumbaus bei Elsbeths Schwester in der Zelg. Bäcker Bolliger brachte das Brot während des Umbaus aus Wetzikon, damit niemand hungern musste. Als der neue Backofen fertig installiert war, konnte man wieder das eigene Brot verkaufen. Die meisten Kunden merkten den Übergang vom Holz- zum elektrischen Backofen gar nicht. Der heutige Ofen wurde 1997 im Rahmen des Neubaus eingebaut.   Abb 5 Aktueller Backofen mit 10m2 Backfläche 4 Um- und Neubau Die Bäckerei wurde in den 120 Jahren mehrmals umgebaut, erstmals 1929. Damals wurde die Nebenstube zu einem Laden umfunktioniert. Im April 1960 fand der nächste Umbau statt. Wie schon erwähnt, wurde der Ofen ausgewechselt. 1997 fand der letzte Um- resp. Neubau statt. Dabei verwandelte man die alte Backstube in eine geräumige Wohnküche. In der leerstehenden Scheune entstanden eine neue Backstube und Konditorei-Räume und darüber wurde noch eine Wohnung für Theodor II und Elsbeth gebaut. Ich habe bei Theo III nachgefragt, weshalb 1997 umgebaut wurde und bekam folgende Antwort: „Mein jüngster Bruder übernahm alles in Bezug auf die Landwirtschaft. Er hatte ab 1990 auch seinen eigenen Stall und von diesem Zeitpunkt an stand ein grosser Teil des Hauses leer. Bei uns in der Backstube hatten wir sehr wenig Platz, da seit 1960 nichts mehr verändert worden war. Wir wussten, dass wenn wir etwas ändern wollten, wir im Stallteil etwas machen mussten. Ebenso mussten wir überlegen, ob wir den Betrieb noch weiter führen wollten, da wir in Bettswil total abseits sind. Man hätte aus dem leerstehenden Teil auch Wohnungen machen, diese dann vermieten und das Geschäft aufgeben können. Wir haben uns aber entschieden, weiter zu machen. Gerne wollten wir den ganzen Betrieb neu machen, damit man auch vernünftig arbeiten konnte. Das Ziel war, dass alles auf einer Ebene war, man das Lager an einem Ort hatte und nicht wie bis anhin im ganzen Haus verteilt, also vom Dachboden bis in den Keller. Es war kompliziert, Ordnung zu haben und den Überblick zu behalten. Deshalb beschlossen wir dann, dass wir im hinteren Teil des Hauses die ganze Produktion möchten. Dann kam aber auch noch die Frage auf, wo meine Eltern wohnen sollten, denn sie haben lebenslängliches Wohnrecht. Man begann zu planen und dann kam die Idee auf, oben im alten Scheunenteil eine Wohnung einzubauen, im Erdgeschoss die ganze Produktion und im Keller noch das Lager zu haben.“ 5 Konkurrenz 5.1 Früher… …bestand die Konkurrenz für die Bäckerei, wie zuvor schon erwähnt, besonders aus den anderen Bäckereien. Dort, wo heute Voland seinen Laden hat, gab es noch kein Geschäft. Allerdings gab es durch die vielen Bäckereien nicht so viele Kunden. Mit der Zeit hörten aber immer mehr Bäcker auf, da es sich für sie nicht mehr lohnte. 5.2 Heute… …sind die Konkurrenten andere Bäcker, ebenso Volg und Coop. Theo III sagt aber, dass es für sein Geschäft nicht gross einen Unterschied macht, ob es in Bäretswil eine Bäckerei hat oder nicht. Ausserdem meint er, dass er sich nicht mit Coop oder Volg vergleichen kann und sie deshalb für ihn nicht als direkte Konkurrenten gelten.   Abb 6 Der Laden an einem Samstagmorgen mit Chefin Regula Meier 6 Angestellte In der Bäckerei Meier lernten erst nur die eigenen Kinder den Bäcker-Beruf. Mit der Zeit wurde jedoch auch fremden Jugendlichen die Lehrstelle angeboten. Man nahm alle drei Jahre (so lange geht eine Ausbildung) jemand Neues. Später wurde dann für jedes Jahr jemand eingestellt. 1999 gab es sogar zwei Lehrlinge im selben Lehrjahr, dafür im Jahr darauf keinen.   Abb 7 Aktuelle Belegschaft März 2012 Theo III Meier Chef Regula Meier Chefin (Verkauf) Ursina Meier Bäcker- Konditor Markus Sigrist Bäcker-Konditor Katja Sudler Bäcker-Konditorin Corina Dänzer 3. Lehrjahr Claudio Leibacher 2.Lehrjahr Jessica Zenger 1.Lehrjahr Benjamin Gerber 1.Lehrjahr Rosmarie Fuhrer Gehilfin Hansruedi Gubler Aushilfe Nadine Zimmermann Praktikantin Elsbeth Meier Seniorchefin Hedwig Hunziker Aushilfe   Rosmarie arbeitet seit 1994 als Haushaltsgehilfin, Verkäuferin und Tour- Gehilfin im Betrieb. Hedwig Hunziker arbeitet seit ca. 1984 in der Bäckerei mit. Sie hilft beim Pralinen- und Osterhasenverpacken und ebenso jeden Samstag beim Reinigen der Produktionsräume. Hansruedi unterstützt Elsbeth seit einem Jahr auf der Tour. Nadine ist seit knapp einem Jahr als Praktikantin tätig. Das heisst, dass sie manchmal mit auf die Tour geht und häufig Regula im Laden hilft oder Brügeli, Schokolade oder was sonst gerade anfällt, einpackt. Natürlich gibt es auch noch andere Gehilfen, wie z.B. Hanni Wüthrich, die jeden Samstagnachmittag bei der Reinigung hilft. Auch viele andere Geschwister oder Verwandte und Bekannte helfen in der Bäckerei mit. Durch so viele Helfende kann man jede Personalknappheit überwinden. Insgesamt wurden in der Bäckerei schon  sechs Leute ausgebildet, die zur Familie gehörten. Bei Theodor II und Theo III absolvierten bis heute 18 Jugendliche die Ausbildung zum Bäcker-Konditor. 3 weiter haben ihre Lehre abgebrochen. Auch von den ehemaligen Absolventen springen manche noch heute ein, wenn man sie braucht. Von diesen Fertigausgebildeten konnten weitere drei an die Schweizer-Meisterschaften und eine Lernende wurde sogar Europameisterin: Rosmarie Büchi-Dänzer. 7 Ausbildung In der Bäckerei Meier erlernt man den Beruf Bäcker- Konditor. Auch wenn hier Confiseur nicht dazu gehört, gehen die Lehrlinge mindestens einmal in ihrer Lehrzeit mit ins Toggenburg, um Osterhasen oder Pralinen herzustellen. Sonst gehört in der Ausbildung natürlich dazu, Brote herzustellen und Patisserie zu machen. Ebenso wird die Tortenherstellung und das Verzieren gelernt. Nach der dreijährigen Ausbildung, gibt es eine LAP (Lehrabschlussprüfung). An diesen zwei Tagen muss man verschiedene Arten Brot backen, Patisserie, Torten und andere Lecker- bissen zubereiten. In der Gewerbeschule wird die Theorie geprüft.   Abb 8 Praktischer Teil einer Lehrabschlussprüfung Konditorei   Abb 9 Praktischer Teil einer Lehrabschlussprüfung Bäckerei 8 Unbekanntes Was viele Kunden, die nicht schon vor mehr als 25 Jahren bei Beck Meier Brot kaufen gehen, nicht wissen ist z.B., dass die Bäckerei früher einmal auch eine öffentliche Tankstelle hatte. Diese wurde aufgehoben, da eine Totalerneuerung fällig war und sich das einfach nicht gelohnt hätte. Auch gibt es schon seit ca. 15 Jahren jeweils vor Weihnachten eine “Schwarzwäldernacht”, die um 24.00 beginnt und dann etwa 6-8 Stunden dauert. In dieser Zeit werden um die 200 Schwarzwälder Torten hergestellt, die schon bestellt wurden oder die man dann im Laden verkauft. Es gibt diese Nacht, weil die Angestellten der Bäckerei nebst den anderen Weihnachtsgebäcken mit der zahlreichen Tortenherstellung gar nicht mehr mithalten könnten. Hier gehts weiter zu Interwievs mit meinem Grosi, Elsbeth Meier-Meier und meinem Vater Theo Meier III